Stimmung in der Wirtschaft trübt sich ein

Der IfO-Geschäftsklimaindex sank im Januar auf 107,3 Punkte. Maschinen- und Fahrzeugbau rechnen mit schlechteren Exportaussichten. Die Metallbranche ist mit der aktuellen Geschäftslage unzufrieden, erwartet aber eine Besserung. In der Chemieindustrie ist es umgekehrt. Das alles kommt nicht ganz unerwartet. Wirtschaft verläuft nun einmal zyklisch und die Mehrheit der deutschen Unternehmen kann auf gute Jahre zurückblicken.

Manche Wirtschaftsexperten prophezeien für 2017 eine tiefe Rezession. So lässt Daniel Stelter in einem Interview mit FOCUS online verlauten: „Dennoch gibt es deutliche Indizien, dass es Deutschland sehr hart treffen könnte.“ Die Eu geht in der Winterprognose 2016 davon aus, dass sich das Wachstum in Europa fortsetzen wird. Allerdings heißt es darin auch: „Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben äußerst ungewiss und die Risiken nehmen insgesamt zu.“

Irgendwie haben die meisten Unternehmen seit der Krise in 2010 für „schlechte Zeiten“ vorgesorgt. Manche verfolgen das Ziel, Klassenbester zu sein und zu bleiben. Als Beispiel sei der Maschinenbauer Trumpf genannt, der eine „Smart Factory“ aufgebaut hat. Das Unternehmen investiert fast 10 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung und begeistert seine Kunden mit technischen Spitzenleistungen. Gleichzeitig wurde die Effizienz in einem Lean-Projekt um mehr als 50 % gesteigert. Trumpf kann im globalen Wettbewerb überzeugen, hat gute Voraussetzungen, eine Krise zu meistern und anschließend wieder Fahrt aufzunehmen.

Andere Unternehmen haben wenig investiert und Rücklagen geschaffen. Auch sie sind dafür präpariert, mit dem Ersparten eine gewisse Zeit überstehen zu können. Sie müssen sich allerdings fragen, wie sie danach im Wettbewerbsumfeld dastehen. Es könnte sein, dass die nächste Konsolidierungswelle eine noch stärker internationale Prägung haben wird. Die weitaus meisten Sorgen müssen sich jedoch diejenigen machen, die in der letzten Krise mit einem blauen Auge davon gekommen sind und seitdem nicht viel verändert haben.

Ich empfehle allen, das Jahr 2016 mit seinem moderaten Wachstum zu nutzen, um mit Lean und Digitalisierung nicht nur schlanker zu werden, sondern auch innovativer und attraktiver für talentierte Mitarbeiter. Vielleicht finden Sie in den folgenden Artikeln ein paar Anregungen.

ak-t



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