Seltene Erden: Bedrohung oder Chance für HighTech-Unternehmen?

Seltene Erden gewinnen zunehmend an Bedeutung. Wir finden sie beispielsweise in Windrädern, Haushaltsgeräten, Elektroautos und Katalysatoren. Laut einer Studie von Roland Berger werden 30 Prozent in Glas- und Keramikprodukten, 20 Prozent in Magneten und 19 Prozent für Katalysatoren eingesetzt.

97 Prozent der Seltenerdoxide werden in China gefördert, kleinere Anteile in den USA, Indien, Brasilien und Malaysia. Japanische Wissenschaftler haben in diesem Jahr größere Vorräte im Pazifik entdeckt. In Grönland könnte ein Abbau in 2015 beginnen. Experten sind unterschiedlicher Meinung, ob der Rohstoff knapp ist oder ob er von China künstlich verknappt wird. Jedenfalls wird seine Verfügbarkeit zu wettbewerbsfähigen Preisen immer kritischer. „Aus Salz wurde Gold “ betitelt die faz.net am 07.10.2011 einen Artikel und bezieht sich dabei auf eine Aussage des chinesischen Premiers Wen Jiabao: „Anfang der achtziger Jahre haben wir Seltene Erden zum Preis von Salz verkauft. Sie verdienen es jedoch, zum Preis von Gold verkauft zu werden. Wir beginnen gerade erst, unsere natürlichen Interessen zu schützen.“ Insbesondere betroffen sind HighTech-Unternehmen aus den Branchen Automobil und Erneuerbare Energien.

Über die Situation in Deutschland hat sich der Bund-Länder Ausschuss Bodenforschung im März 2010 von der Ad-Hoc-AG berichten lassen. Seltene Erden mit ihren wichtigsten Vertretern Cer und Yttrium werden hauptsächlich aus den Mineralien Bastnäsit, Monozit und Xenotim gewonnen. Diese fallen bei der Förderung von Eisenerz, Schwermineralen und Zinnerz an. Auf Grund der geologischen Situation sind die Vorkommen in Deutschland begrenzt. Untersucht wurden bisher nur Fundstätten bei Storkwitz in Sachsen, wo Bastnäsit fein verteilt in dolomitischer Matrix auftritt. Angenommen werden weiterhin Vorräte im Osterzgebirge, im Kaiserstuhl, im Halleschen Vulkanitkomplex sowie in den Harzer Gangkarbonaten. Hier sind Bereiche unter Tage in Bad Grund noch zugänglich.

Die Preisentwicklung bedroht die Profitabilität und schlimmstenfalls sogar die Existenz betroffener Unternehmen. Deshalb arbeiten viele von ihnen bereits an der Entwicklung alternativer Technologien. Weitere Chancen finden sie im Recycling Seltener Erden. Gerade Mittelständler haben mit ihrer im Vergleich zu großen Konzernen höheren Flexibilität gute Voraussetzungen.

Unterstützend hat die Bundesregierung im Oktober eine Rohstoffpartnerschaft mit der Mongolei abgeschlossen. Zudem fördert sie Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die der Ressourcenschonung dienen. Zwei Beispiele für Förderprogramme sind: 1. Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität/Ressourcenverfügbarkeit und Recycling mit dem Stichtag 30. November 2011 für die Abgabe von Projektskizzen 2. Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft (WING) – Materialien für eine ressourceneffiziente Industrie und Gesellschaft (MatRessource)/Entwicklung von neuen Materialien durch Substitution mit dem Stichtag 28. Februar 2012 für die Abgabe von Projektskizzen.

ak-t



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