Open Innovation mit der Knowledge Map sicher starten

Führungskräfte haben den Wert von Innovationen als Erfolgsfaktor erkannt. In der Industrie streben sie primär nach neuen Produkten und Fertigungsprozessen. Allerdings stehen ihnen oft Finanzierungsprobleme und Fachkräftemangel im Weg. Open Innovation ist eine Möglichkeit, solche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Bei dieser strategischen Vorgehensweise wird externes Wissen genutzt, um das eigene Innovationspotenzial zu erhöhen. Umgekehrt wird eigenes Wissen nach außen gegeben, beispielsweise durch Vergabe von Lizenzen. Unternehmen und Institute arbeiten in Projekten zusammen. Dadurch sparen alle Beteiligten Kosten und innovative Produkte kommen schneller auf den Markt. Soweit die Vorteile von Open Innovation. Trotzdem wird diese Methode im B2B-Sektor noch immer zögerlich angenommen. Der Hauptgrund ist, dass Führungskräfte den Abfluss geheimen Wissens befürchten. Sie können dies mit einer Knowledge Map verhindern. Neben dem Schutz des eigenen Know-hows kann die Map genutzt werden, um zu lokalisieren, wo externe Ressourcen benötigt werden. Dieser Artikel behandelt, was bei der Innovation Knowledge Map zu beachten ist und wie sie aufgebaut werden sollte.

Eine Knowledge Map erhebt nicht den Anspruch, das im Unternehmen vorhandene Wissen zu visualisieren, sondern gibt einen Überblick über Wissensträger und Strukturen. Im Umkehrschluss lassen sich Defizite identifizieren. Wird die Knowledge Map herkömmlicherweise auf Unternehmens- und Abteilungsebene eingesetzt, kann sie auch für Innovationsprojekte gute Dienste leisten. Die Innovation Knowledge Map identifiziert das notwendige Wissen, welches das Projektteam benötigt, um die Ziele zu erreichen und den Wissensfluss. Anschließend wird dieses dem vorhandenen Wissen gegenüber gestellt. Dabei wird implizites von explizitem Wissen unterschieden, das heißt Wissen welches nur in den Köpfen vorhanden ist von solchem, welches in Dokumenten oder Datenbanken zugänglich ist. In der Vorbereitung auf eine Zusammenarbeit mit externen Partnern verschaffen sich die Verantwortlichen auch einen Überblick, welche Folgen der Abfluss bestimmter Wissenselemente haben könnte. Dabei darf nicht unterschätzt werden, dass sich in vielen Betrieben bereits informelle Expertennetzwerke über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinaus gebildet haben. In ihnen zirkulieren Informationen und sichern den Mitgliedern entscheidende Vorsprünge.

Knowledge Maps orientieren sich an kritischen Prozessschritten. Dafür bieten sich bei einem Innovationsprojekt an: die Ideensuche, die Konzeptphase, das Umsetzungsprojekt und die Markteinführung. In jedem Schritt muss das erforderliche und vorhandene Wissen identifiziert werden, was in Meetings oder Interviews geschehen kann. Dafür haben sich die folgenden Fragen bewährt:
• Welches Wissen benötigen wir in diesem Innovationsprojekt?
• Wer besitzt es intern und extern?
• Wer benötigt es?
• Wo ist es vorhanden (in Köpfen, Datenbanken, Dokumenten, …)?
• Ist es explizit in Dokumenten u. ä. zugänglich oder implizit in Köpfen vorhanden?
• Gehört die Nutzung zu unseren Routinen?
• Was genau gehört dazu?
• Was konkret müssen oder wollen wir davon geheim halten?

In einem nächsten Schritt können die Innovationsverantwortlichen evaluieren, wie das externe Know-how beschafft werden kann. In Frage kommen die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern, wie Kunden oder Lieferanten, der Zugriff auf Innovationsmakler, wie InnoCentive oder NineSigma, aber auch neue Leaduser, die beispielsweise über das Internet gefunden werden können. Dann müssen sie festlegen, wie das geheime Wissen geschützt werden soll:
• Darf es die Unternehmensmauern gar nicht verlassen?
• Reichen Geheimhaltungsverträge aus?
• Wie kann sichergestellt werden, dass kein Externer über das gesamte Know-how Bescheid weiß?

Die folgende Tabelle zeigt ein Muster für eine Innovation Knowledge Map. Das Kern-Know-how, welches geschützt werden muss, ist blau gekennzeichnet und rot externes Wissen, welches für das Innovationsprojekt beschafft werden soll.



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