Lean meets Digital

Viele mittelständische Unternehmen führen Lean-Projekte durch und kommen damit an Grenzen, wo eine einfache Fortführung zu einem im Verhältnis zum Nutzen ungerechtfertigt hohen Aufwand führen würde. Wollen sie trotzdem die Kosten weiterhin konsequent senken, ist der richtige Zeitpunkt, Lean mit Digital zu verknüpfen.

Betrachten wir beispielsweise ein Kunststoffspritzguss-Unternehmen, welches Flaschen für die Kosmetikindustrie herstellt. Das Granulat wird dicht bei der Maschine gelagert. Die Rüstzeiten sind durch Minimierung der Handgriffe deutlich kürzer geworden. Die Prüfeinrichtung für die Dimensionen steht in kurzer Entfernung von der Fertigungslinie. Jede hundertste Flasche wird an einem sauberen, geordneten Prüfplatz vorschriftsmäßig vermessen. Bei Abweichungen stoppt der Prüfer direkt die Produktion und sucht mit dem Kollegen aus der Fertigung die Fehlerursache. Haben die beiden eine Lösung gefunden, wird die Maschine nachjustiert und stellt wieder spezifikationsgerechte Flaschen her.

Vielleicht kann das Unternehmen das Lager und die Maschinen noch etwas näher zusammenrücken oder findet einen noch etwas kürzeren Weg vom Prüfraum zum Stopp-Schalter der Fertigungslinie. Vergleichen wir jedoch die Effekte, so sind sie minimal. Wird der Messvorgang jedoch als ein Zwischenschritt in die Fertigungslinie verlagert, können Parameter wie Temperatur, Spritzgeschwindigkeit, Abkühlzeiten u. ä. angeglichen werden, sobald abweichende Trends erkannt werden. Günstigstenfalls kommt es erst gar nicht zur Abweichung. Die Stichprobennahme am Ende kann drastisch reduziert und, wenn es keine gegenteiligen Kundenvorschriften gibt, im Idealfall sogar eingestellt werden.

In unserem Beispielunternehmen bestellt der Kunde beim Vertrieb, der über SAP einen Fertigungsauftrag für die Fertigungssteuerung ausstellt. Der zuständige Mitarbeiter plant den Auftrag ein und leitet ihn an den Kollegen in der Fertigung weiter. In einem digitalisierten Unternehmen erstellt der Kunde den Auftrag direkt im Konfigurator, der das Ergebnis automatisch an SAP weiterleitet, wo der Fertigungsauftrag unter Berücksichtigung vorhandener Aufträge eingeplant wird. SAP erstellt dem Kunden direkt eine Auftragsbestätigung. Nur wenn dieser damit unzufrieden ist, spricht er den Vertrieb unseres Kunststoffspritzguss-Unternehmens persönlich an. Wie viele Kanban-Kärtchen werden überflüssig, wenn die Abläufe digitalisiert sind! 
So trifft die Digitalisierung in schlanken Unternehmen auf optimale Voraussetzungen, um die Effizienz voranzutreiben. Der Lean- und der Digitalisierungsexperte ergänzen sich prächtig. Der Nutzen ist am größten, wenn beide gut zusammenarbeiten. Manchmal mag es erforderlich sein, gegenseitige methodische Vorbehalte abzubauen. Dafür muss das Management dann sorgen.

K-T Innovation besitzt gleichzeitig Lean- und Digitalisierungserfahrung, wovon wir Sie gern profitieren lassen. Wir führen monatlich Webinare zum Thema „Lean meets Digital“ durch. Hier können Sie sich anmelden. 
ak-t



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