KMU müssen Innovationsperformance verbessern

Im Januar veröffentlichte das ZEW - Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH - den Jahresbericht 2012 über das Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft. Während die Innovationsausgaben in 2011 in erster Linie in den forschungsintensiven Industrien stiegen, waren sie in den meisten Branchen rückläufig. Der Anteil der Prozessinnovationen stieg leicht auf insgesamt 24,5 Prozent, der von Produktinnovationen dagegen fiel von 34 auf 29 Prozent. Die Prozessinnovationen wurden nur zu 3,5 Prozent genutzt, um Kosten zu senken. Aus damit verbundenen Qualitätsverbesserungen resultierten jedoch Umsatzanstiege von durchschnittlich 2,6 Prozent.

Speziell ausgewertet wurden Innovationsbarrieren in Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern. Als Barrieren wurden primär hohe Kostenbelastungen durch Mindestprojektgrößen und Fixkostenanteile identifiziert. Von den Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern führten selbst in den forschungsintensiven Industrien nur 69 Prozent neue Produkte oder Prozesse ein. Im Vergleich dazu waren es in Großunternehmen über 90 Prozent. In der Folge profitieren in allen Branchen Großunternehmen stärker sowohl von steigenden Umsätzen durch neue Produkte als auch von Kostensenkungen durch Prozessinnovationen. Bedingt durch die Struktur der neuen Bundesländer mit einem höheren Anteil von KMU, wurden die Innovationsindikatoren der ostdeutschen Wirtschaft nach unten gezogen.

Die Ergebnisse des ZEW-Berichts weisen auf versteckte Innovationspotenziale in KMU hin. Wie können diese davon profitieren? Am Anfang sollte ein Innovationsradar stehen, der die Ausgangslage im Unternehmen beleuchtet, vielleicht auch schon den Wettbewerb mit betrachtet. Sind schnelle Fortschritte erwünscht, können Innovationserfahrungen aus anderen Unternehmen, vielleicht sogar aus anderen Branchen, in die Analysen einbezogen werden. Selbstverständlich müssen sie den spezifischen Bedingungen angepasst werden. Die oben angeführten, möglichen hohen Kostenbelastungen durch Entwicklungsprojekte können auf zwei Wegen gemildert werden:
1. durch Inanspruchnahme von Fördermitteln
2. durch Kooperationsprojekte mit Partnern aus anderen Unternehmen und/oder aus wissenschaftlichen Instituten.

ak-t



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