Innovationsmanagement für den Mittelstand: Wie Sie mit überschaubarem Aufwand die Weichen für die Zukunft stellen

Bei Mittelständlern stoße ich gelegentlich auf die folgenden Argumente: „Innovationsmanagement ist nur etwas für große Unternehmen. Wir haben dafür keine Zeit.“ oder „Innovationsmanagement ist nichts für uns. Wir entwickeln nicht selbst.“ Gleichzeitig sehen sich diese Geschäftsführer oder Führungskräfte mit steigenden Kundenanforderungen und zunehmendem Wettbewerbsdruck konfrontiert. Sie müssen Maßnahmen für die Zukunftssicherung des Unternehmens ergreifen. Kostensenkungen sind nicht immer in dem Maße möglich, wie es die niedrigen Preise der neuen Wettbewerber, besonders der aus Asien, erfordern würden. Aber innovative Produkte können eine Antwort darstellen und Innovationsmanagement kann auf dem Weg dahin Orientierung bieten. Es muss und darf nicht so aufwändig sein wie in einem großen Konzern. Sonst würden zu viele Kräfte gebunden.

Noch immer wird Innovation hin und wieder mit Kreativität oder Invention (Forschung und Entwicklung) gleichgesetzt. Dabei wird vergessen, dass für eine Innovation eine erfolgreiche Markteinführung entscheidend ist. Kreativität steht am Anfang des Innovationsprozesses und Entwicklungen von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen gehen einer Markteinführung voraus. Das heißt aber nicht unbedingt, dass die Entwicklungsarbeit im eigenen Haus durchgeführt werden muss. In diesem Zusammenhang kann zum Beispiel Technologietransfer das Mittel der Wahl sein.

Wie kann nun ein auf den Mittelstand zugeschnittener Innovationsprozess konkret aussehen? Das wichtigste sind regelmäßige Treffen der Führungskräfte oder aller Mitarbeiter, je nach Unternehmensgröße. In solchen Meetings wurden bei Google immer wieder neue Geschäftsideen geboren. Die Treffen können zum Beispiel jeden Monat stattfinden und die folgenden Themen behandeln: einen Bericht über neue, interessante Technologien, Informationen über Märkte, Kunden und Wettbewerber, die Überprüfung des Fortschritts laufender Projekte und immer einen Aktionsplan.

Sicher, die Recherchen über Märkte, Kunden, Wettbewerber und Technologien benötigen Zeit. Dieser Zeitbedarf wird jedoch bei weitem dadurch aufgewogen, dass die Aufträge nicht wegbrechen oder die Erlöse auf einem höheren Niveau gehalten werden können. Möglich ist auch, die Recherchen extern zu vergeben, beispielsweise an Hochschulinstitute oder Berater.

Werden auf dem Innovations-Meeting neue Ideen geboren, ist wichtig, dass sie nach einem vorher festgelegten Filter bewertet werden. Auch das können die Teilnehmer auf den monatlichen Meetings erledigen. Ein Filter ist aus zwei Gründen wesentlich. Erstens, wenn aus vielen Ideen diejenigen ausgewählt werden sollen, deren Umsetzung den höchsten Mehrwert für das Unternehmen bieten. Zweitens, damit weder Zeit noch Budget für wertlose Ideen verschwendet werden. Auch kleine Unternehmen führen Entwicklungsprojekte durch, die sich über mehrere Jahre hinziehen. Ein jährlich eingesetzter Filter, der sowohl die Technologie als auch den Markt beleuchtet, kann dazu dienen, laufende Projekte zu justieren.

Viel mehr als regelmäßige Meetings, Recherchen und die Überwachung laufender Projekte bedarf es nicht, um in kleinen oder mittleren Unternehmen ein Innovationsmanagement aus der Taufe zu heben. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg!

ak-t



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