Gallup Studie zeigt: Emotionale Bindung der Angestellten nimmt weiter ab

Der Gallup Engagement Index, eine alljährlich vom Gallup Markt- und Meinungsforschungsinstitutangefertigte Studie zur Motivation deutscher Angestellter, weist einen Trend auf, der Arbeitgebern zu denken geben sollte: Seit 2001 nehmen die Bindung, die ein Angestellter zu seinem Unternehmen empfindet, und dadurch auch seine Motivation bei der Arbeit kontinuierlich ab. Die Zahl der Mitarbeiter, die sich weder für noch gegen ihr Unternehmen aussprechen, sank zwar von 69 auf 61 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter, die in Gedanken bereits gekündigt haben, nahm jedoch im Zeitraum der letzten zwölf Jahre um drastische neun Prozent (von 15 auf 24) zu. Im Vergleich zu 2001 blieb die Mitarbeiterzahl, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen empfinden, mit 16 Prozent mehr oder weniger gleich. Nur zwischenzeitlich verzeichnete sie ein leichtes Tief.

Im Klartext bedeutet dies: Durchschnittlich arbeiten heute in einem Unternehmen fast doppelt so viele demotivierte wie motivierte Mitarbeiter. Dem Rest der Angestellten ist die Zukunft des Unternehmens weitestgehend egal. Auf ihren Beitrag, innovative Verbesserungsvorschläge einzubringen, kann der Arbeitgeber nicht zählen.

Die abnehmende Motivation der Mitarbeiter hat ernstzunehmende Folgen, auch für die Volkswirtschaft. Es entstehen hierdurch jährlich Kosten im Wert von bis zu 138 Milliarden Euro. Es fallen bei einer Kündigung aber auch nicht nur hohe Ausgaben für eine Neubesetzung an, auch verliert das Unternehmen wichtiges Know-how. Die verbleibenden Angestellten werden demotiviert, z. B. durch höheren Arbeitsaufwand, die Qualität der Arbeit sinkt und die Fehlzeiten steigen. Burn-Out ist eine mögliche Folge. Das Unternehmen kann zudem, bei einer sehr hohen Fluktuationsrate, schnell einen Imageverlust erleiden.

Der Gallup Engagement Index zeigt deshalb auch, warum es so wichtig für den Arbeitgeber ist, seine Mitarbeiter und ihre Leistungen mehr zu schätzen. Ein wesentliches Argument hierfür: Unternehmen, in denen die Angestellten eine hohe Wertschätzung erfahren, besitzen eine höhere Innovationskraft. Angestellte fühlen sich wohler und sind zufriedener, wenn ihre Verbesserungsvorschläge ernstgenommen werden, die Chance auf eine Umsetzung besteht. Etwa durch Einsparungen, mehr Umsatz oder eine höhere Effizienz zahlt sich dies später für das Unternehmen aus. Auch trägt es positiv zum Arbeitsklima bei, wenn Führungskräfte greifbar sind.

Je größer die emotionale Bindung eines Mitarbeiters zum Unternehmen, umso innovativer ist seine Mitarbeit. Durch innovative Ideen kann ein Unternehmen sich besser weiterentwickeln und es ist gewappnet für die Zukunft.

kt



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