Erfolgreich mit Innovationsteams und Einzelkämpfern

Untersuchungen über Teamarbeit belegen, dass sie anderen Formen der Zusammenarbeit überlegen ist. [1] Bei Innovationen gilt dies erst recht, weil sie gewöhnlich betriebswirtschaftliche und technische Komponenten aufweisen. In der Technik führen zunehmend nur noch interdisziplinäre Ansätze weiter. Beispielhaft sei eine Prozessentwicklung im Unternehmen MB* angeführt, das sich auf die mechanische Bearbeitung von Stählen und Aluminium spezialisiert hat. Durch osteuropäische Wettbewerber wurde ein Preisverfall ausgelöst. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, plant MB eine Prozessinnovation beim Fräsen. Die Ziele sind vielfältiger Natur.

Innovatoren werden von neuen Forschungsergebnissen zugeschüttet. Immer schneller kommen interessante Technologien auf den Markt. Entsprechend steigen auch die Erwartungen des eigenen Chefs. Längst ist es nicht mehr nur die Ideensuche sowie die Prozess- und Produktentwicklung, die vom Innovator erwartet wird. Er soll auch neue Märkte suchen und die Markteinführung begleiten, bestenfalls passende Geschäftsmodelle entwickeln, vielleicht sogar den Technologietransfer managen. Das erzeugt Stress. Gleichzeitig verlangen Familie und Freunde ein gewisses Zeitkontingent. Innovatoren wollen natürlich auch diesem Lebensbereich Aufmerksamkeit schenken und sie wollen sich um ihre eigene Weiterbildung und Gesundheit kümmern. Wir haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns diesen Bereichen nicht ausreichend widmen. Das kann so weit gehen, dass die Sorgen um die Work-Life-Balance zum zusätzlichen Stressfaktor werden. Lassen Sie es nicht soweit kommen.

Die Sorge um die Work-Life-Balance und das schlechte Gewissen rauben uns Energie. Sie gehören damit zu den Aktivitäten, von denen wir uns keine wertvolle Lebenszeit rauben lassen sollten. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf das, was Ihnen Energie bringt. Wenn Sie diese Faktoren identifizieren wollen, beginnen Sie mit einer Analyse der Lebensbereiche Familie, Freundeskreis, Beruf, Persönlichkeit, Gesundheit und Finanzen. Vielleicht kommt es Ihnen entgegen, diese als Mindmap darzustellen. Klären Sie für jeden Lebensbereich, was Ihnen lang- und kurzfristig wichtig ist, was Ihnen Spaß macht. Das sind die wertvollen Bereiche, auf die Sie sich konzentrieren sollten.

Jetzt haben Sie eine Struktur geschaffen, aus der Sie wichtige Aktivitäten ableiten können. Um diese zum Erfolg zu führen, müssen Sie daran arbeiten, die Dinge zu vereinfachen und Ordnung in die Arbeitsabläufe zu bringen. Wenn Sie im Büro nicht schnell alles finden, räumen Sie auf und nehmen Sie es sich nicht nur für irgendwann vor. Werfen Sie weg, was nicht mehr gebraucht wird. Es hat keinen Sinn, das Durcheinander umzuordnen. Nehmen Sie sich täglich Zeit, zu planen, was an diesem Tag für Sie im privaten Umfeld und im Arbeitstag wichtig ist und was Ihnen Spaß macht. Selbstverständlich muss jeder von uns auch Aufgaben erledigen, die einfach erwartet werden. Unsere Lebenszeit ist jedoch so wertvoll, dass wir den Anteil für die ungeliebten Dinge auf ein Minimum zurückfahren sollten. Manchmal gibt es in unserem Umfeld Menschen, die genau das gern tun, was uns nicht gefällt. Führungskräfte sollten dies auch beim Delegieren an Mitarbeiter im Kopf behalten.

Wie wollen Sie als Innovator Vorreiter mit neuen Produkten, Prozessen oder Geschäftsmodellen sein, wenn Sie sich vom Arbeitsalltag treiben lassen? Nehmen Sie die Dinge selbst in die Hand: Planen Sie und schaffen Sie sich Freiräume auch dergestalt, dass Sie nicht zu jeder Zeit für alle erreichbar sein müssen. Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Multitasking ein Märchen ist, weil unser Gehirn in seiner Aufnahmefähigkeit begrenzt ist. Die besten Arbeitsergebnisse erzielen wir, wenn wir uns auf die Aufgabe konzentrieren, die wir gerade erledigen wollen. Bei größeren Aufgaben haben wir uns danach oder zwischendurch eine Pause verdient, bevor wir uns einer anderen Tätigkeit zuwenden und zwar ohne Computer und ohne Handy. Wir müssen wieder neue Kraft schöpfen, damit uns die Arbeit anschließend wieder leichter und mit Freude von der Hand geht. Dabei hilft es, das Büro auch einmal zu verlassen, sei es zum Mittagessen oder um ein paar Schritte im Freien zu gehen.

Belasten Sie sich also nicht mit dem zusätzlichen Stressfaktor „Sorge um die Work-Life-Balance“, sondern überdenken Sie Lebensplanung und Arbeitsweise. Mit einem gesunden und effizienten Arbeitsstil stellt sich die Work-Life-Balance ganz von selbst ein. Sie können auch in einer modernen, vernetzten Welt produktiv und zufrieden bleiben. Sie müssen sich nur dazu entschließen und sich konsequent verhalten. Damit schaffen Sie eine gute Ausgangsbasis, um als Innovator erfolgreich und gleichzeitig zufrieden zu sein.



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