Das erwarten Experten für 2013 Eine Auswertung von Wirtschaftsprognosen

Jim O’Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, prognostiziert „Die Schwellenländer werden auch 2013 wieder die Weltwirtschaft retten“. Allein China, das 2012 1,3 Billionen Dollar zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt beitrug, plant sieben bis acht Prozent Wachstum durch Steigerung des privaten Verbrauchs, Innovation und Verbesserungen am Sozialsystem. Die wesentlichen Risiken sieht O’Neill in den westlichen Nationen. Der Haushaltskompromiss in den USA wird die Weltkonjunktur beeinflussen. Die europäische Entwicklung dagegen stuft er für 2013 als weniger entscheidend ein: „Was Europa angeht, sind viele Investoren der Ansicht, dass der Moment erst noch kommt, an dem klar wird, ob die Währungsunion am Ende ist, oder gerettet wird.“

Mit den deutschen Aussichten beschäftigt sich Prof. Roland Döhrn, Leiter des Kompetenzbereichs „Wachstum und Konjunktur“ am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. In einem Interview mit dem Interim-Provider Atreus prognostiziert er ein Wirtschaftswachstum um die 0,3 Prozent. Er rechnet hauptsächlich im zweiten Halbjahr mit einer Konjunkturbelebung. Döhrn sieht die Konsolidierung im Euro-Raum erste Früchte tragen und erwartet in Deutschland wieder mehr Investitionen, wenn Ruhe einkehrt. Allerdings liegt die Wirtschaftsleistung dann immer noch unter der vor der Rezession 2008/2009. Der Professor dämpft auch die Erwartungen an die Exporte: „Dass im schwierigen weltwirtschaftlichen Fahrwasser der Export überhaupt noch nennenswert ausgeweitet wurde, verdanken wir der Abwertung des Euros gegenüber den wichtigsten Währungen. Davon werden wir aber nicht auf Dauer profitieren können. Setzen muss die Industrie weiterhin auf ihre nichtpreisliche Wettbewerbsfähigkeit: den technologischen Stand und die Qualität der Produkte sowie des Service.“

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln veröffentlichte in einer Pressemitteilung vom 26. Dezember die Ergebnisse einer Verbandsumfrage. Während der Finanzsektor eher skeptisch ist, schauen Maschinenbau und Chemie hoffnungsfroh ins neue Jahr. Die Wirtschaft will wieder mehr investieren. Sorge bereitet dagegen der erwartete Rückgang der Arbeitsplätze. Eine Eintrübung des Geschäftsklimas im Groß- und Einzelhandel verzeichnete der IFO-Index am Jahresende, allerdings verbunden mit einem insgesamt positiven Ausblick: „Deutsche Unternehmen schauten zunehmend durch die aktuelle Schwächephase hindurch, das Tief vom Oktober liegt hinter uns‘, kommentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die Zahlen.

In der ersten Ausgabe 2013 meldet das Handelsblatt: „DAX-Rally geht weiter“. Kapitalmarktexperten sind optimistisch, weil Deutschlands TOP-Konzerne bestens aufgestellt sind, allen voran die Automobilfirmen und die Zulieferer. Sie erwarten für 2013 ein Plus des DAX von gut fünf Prozent. Die Banker gehen davon aus, dass die DAX-Konzerne vom Wachstum der Schwellenländer profitieren. Außerdem prognostizieren sie eine weitere Verbilligung des Euros, welche die Wirtschaft stützen würde. Auch Topmanager großer Konzerne wurden vom Handelsblatt befragt. Wie die Banker setzen sie auf die Schwellenländer. Eine warnende Stimme kommt aus der Privatbank Ellwanger & Geiger: „Haussen, die länger als vier Jahre dauerten – wie in den Zeiträumen zwischen 1982 und 1987 oder 2003 und 2007 -, endeten oft mit einem Crash.“ Damit wäre die seit 2009 laufende Hausse schon in einem reifen Stadium.

Was sagen uns die Prognosen zusammengefasst? 1. Es wird darauf ankommen, die Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationen zu verbessern. 2. Strategie für 2013 kann vom guten Wirtschaftsklima in den aufstrebenden Märkten profitieren.

ak-t



Zurück