Diese Technologien verändern Arbeit und Leben ab 2018

Der Stifterverband hat im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Erhebung über Forschung und Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland 2016 veröffentlicht. Danach haben die Unternehmen ihre Ausgaben für F & E um über 3 % auf 62,8 Milliarden € erhöht. Wie in den Vorjahren wird das Wachstum überwiegend von Unternehmen getragen. Der Innovationsmotor bleibt Automobil, gefolgt von Elektrotechnik, Maschinenbau, Pharma und Chemie. Im Dienstleistungsbereich stehen Informations- und Kommunikationstechnologien, Ingenieurbüros, Banken und Versicherungen an der Spitze.

Die Digitalisierung ist zur Realität geworden. Der damit ein hergehen der Wandel beeinflusst, wie wir arbeiten und leben. Er verändert Wertschöpfungsnetze, Arbeitsbedingungen und die notwendigen beruflichen Qualifikationen. So erfahren traditionelle Bankprozesse und Finanzgeschäfte disruptive Veränderungen. FinTechs bieten neue Dienste an: Mikrodarlehen, Transaktionen mit Kryptowährungen, Social Trading, algorithmenbasierte Anlageplatt formen. Die Dienste sind auch für KMU interessant, zum Beispiel zum Schließen von vier Finanzierungslücken.

In der Bautechnik entstehen bei der Herstellung von Stahlbeton aktuell noch große Mengen CO2. Abhilfe wird durch Beton mit eingelagerten Carbonmatten erwartet. Zusätzlich soll der Materialverbrauch sinken und schlankere Wände sollen möglich werden. Startups aus Europa, Russland und den USA versprechen, Häuser mit 3D-Technik in 24 Stunden zu bauen. Schon für 2018 haben sie die entsprechenden Drucker angekündigt. Allerdings müssen sie auch noch Herausforderungen lösen, zum Beispiel in der Robotik, in Hinblick auf maximale Bauräume, die Düsentechnik und das Druckmaterial. Der 3D-Druck soll generell die Schwelle für die breite, industrielle Nutzung in 2018 überschreiten, primär in den Branchen Automobil, Energie und Gesundheit.

Neuartige Mensch-Maschine-Schnittstellen werden es ermöglichen, Maschinen durch Gedanken zu steuern. Dazu werden miniaturisierte Diamant-Quantensensoren am Kopf angebracht. Blockchains werden wichtig für das Internet der Dinge, für die Vernetzung von Geräten, Sensoren, und Apps. Ein Zuwachs an Beschäftigten wird für Big Data erwartet. Neuartig verbundene Materialfasern werden den Leichtbau durch exaktere Ausrichtung vorwärts bringen.  Möglich wird dies mit Technologien des Fließpressen und des Spritzgießens.


Im Straßenverkehr ist die Zahl der Verkehrstoten in den letzten Jahren gesunken. Immer weniger Menschen werden bei Unglücken im Fahrzeug verletzt. Fußgänger und Fahrradfahrer sind jedoch stärker betroffen, weil die Knautschzone reduziert wurden. Die Industrie arbeitet deshalb an den folgenden Projekten: dem Fußgänger-Airbag, verbesserten Assistenzsystemen und der Unfallfrüherkennung. Steht die Technik für autonomes Fahren zur Verfügung, so hinkt die Gesetzgebung hinterher. Änderungen werden für Ende 2018 erwartet. Auch LKW-Hersteller wollen ihre Kolonnen vernetzen. Die Prognose für 2030 ist, dass noch 80 % der Fahrzeuge einen Verbrennungsmotor haben werden, der allerdings nicht mehr mit Diesel oder Benzin, sondern mit synthetischen Kraftstoffen angetrieben werden soll. Dafür wird das sogenannte Power-Go-Gas-Verfahren entwickelt.

Bei Unfällen besteht heute ein Problem darin, dass es immer länger dauert, bis Notärzte und Ersthelfer am Unfallort eintreffen. Abhilfe soll der digitale Rettungswagen schaffen, der bereits in Aachen erfolgreich erprobt wird. Die Notfallmediziner sind durch digitale Kommunikationstechnologie vernetzt. Dadurch sinkt die Anzahl der Notarztfahrten und die Bindungsdauer der Ärzte an einen Fall.

Die hochauflösende 3D-Darstellung lebender Zellen wird zur Realität. Grundlage dafür sind STED-Mikroskope, für deren Entwicklung im Jahre 2014 der Nobelpreis für Chemie verliehen wurde. Werden Antibiotika bei Infektionen der oberen Atemwege heute zu oft verabreicht, weil Ärzte nicht entscheiden können ob sie viral oder bakteriell verursacht wurden, so wird für 2020 ein Streifen-Testgerät mit Lasertechnik erwartet, das dieses Problem lösen soll.

Auch der Halbleitertechnologie steht ein weiterer Quantensprung bevor. Ist Graphen im Normalzustand ein leitendes Material, so wird es in Form von Nanobändern zum Halbleiter. Gedruckte Elektronik hält in der Mode Einzug. So sollen Gehörlose zukünftig Konzerte spüren können.

Weitere Entwicklungen finden Sie in den VDI nachrichten Nr. 51/52 beschrieben. Lassen auch Sie sich nicht von diesen Trends abhängen, sondern nutzen Sie die neuen Chancen für die Zukunft des Unternehmens!
ak-t



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