Graphentechnologie – eine Option für das Datenmanagement

Nicht selten erlebe ich in Unternehmen, dass das Qualitätswesen und die Labore eigene Datenspeicher haben. Maschinendaten, wenn sie überhaupt archiviert werden, kommen ebenfalls in ein Datensilo. Kundenanforderungen sind im ERP- oder CRM-System zu finden. Daraus resultiert das Problem, dass oft Unmengen Daten vorhanden sind, deren Potenzial (s. Artikel „Industrie 4.0 – Wettbewerbsvorteil  bei sinkendem Geschäftsklimaindex“) , deren Potenzial aber nicht genutzt wird – eine moderne Art von Verschwendung.

Der Grund dafür liegt häufig darin, dass es selbst den IT-Experten schwerfällt, die Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Systemen zu überwinden. Abhilfe kann eine Graphendatenbank schaffen. Wie aus dem Namen hervorgeht, nutzen diese Datenbanken Graphen, um vernetzte Informationen abzuspeichern. Sie bestehen aus Knoten und deren Verbindungen, Kanten genannt. Das Bild veranschaulicht einen einfachen Graphen, in dem die Knoten Menschen und die Kanten deren Beziehungen darstellen.

Daraus wird deutlich, dass sich Graphendatenbank besonders für das Speichern vernetzter Informationen eignen. Vernetzung spielt in der Industrie 4.0-Welt eine wichtige Rolle: Qualitätsdaten müssen mit Kundenanforderungen abgeglichen werden. Sie sollen auch mit Maschinenparametern korreliert werden, um die Fertigung sicherer zu machen. Auch das Zusammenfügen einzelner Komponenten kann abgebildet werden. Anwendungen gibt es beim Spielwarenhersteller Schleich. Die Fachabteilungen haben die Möglichkeiten, sich relativ einfach Apps für ihre speziellen Anforderungen zu bauen. Die hier eingesetzte Datenbank Neo4j nutzt auch Volvo als Schnittstelle zwischen verschiedenen Systemen und hat damit die Transparenz deutlich gesteigert. Die Vorteile von Graphendatenbanken liegen in ihrer Flexibilität und in schnelleren Abfragen. Nicht die ganze Datenbank, sondern nur der abfragerelevante Teil wird verarbeitet.

Setzt Neo4j auf eine zentrale Datenbank,  so setzt Dgraph v.1.0 auf einen verteilten Ansatz. Dadurch soll die Performance noch weiter verbessert werden. Das Tool steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Eine Liste der Graphendatenbanken findet sich in Wikipedia. Was es bei der Auswahl der Datenbank zu bedenken gibt, beschreibt der heise Developer.
ak


[Bildquelle: Wikipedia / Frank Celler]



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