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Innovationsstrategie
Innovationsmanagement
Innovation Allgemein
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Wer zu spät an die Kosten denkt,
ruiniert sein Unternehmen. Wer immer zu früh an die Kosten
denkt, tötet die Kreativität. (Philip
Rosenthal)
Newsletter Innovation Nr.
24
Mai / Juni 2012 erscheint
in
KW 21
Aus dem Inhalt > Wie die IT Entwicklungen zum Erfolg
führt > Unternehmensnachfolge: Die Strategie des Übergebers > Fördertöpfe: Aktuelle Termine
> Presseschau
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Ausgewählte Artikel aus dem Newsletter Innovation zum Thema
Innovationsmanagement
Open Innovation mit der Knowledge Map sicher starten
Führungskräfte haben den Wert von Innovationen als Erfolgsfaktor erkannt. In
der Industrie streben sie primär nach neuen Produkten und Fertigungsprozessen.
Allerdings stehen ihnen oft Finanzierungsprobleme und Fachkräftemangel im Weg.
Open Innovation ist eine Möglichkeit, solche Hindernissen aus dem Weg zu räumen.
Bei dieser strategischen Vorgehensweise wird externes Wissen genutzt, um das
eigene Innovationspotenzial zu erhöhen. Umgekehrt wird eigenes Wissen nach außen
gegeben, beispielsweise durch Vergabe von Lizenzen. Unternehmen und Institute
arbeiten in Projekten zusammen. Dadurch sparen alle Beteiligten Kosten und
innovative Produkte kommen schneller auf den Markt. Soweit die Vorteile von Open
Innovation. Trotzdem wird diese Methode im B2B-Sektor noch immer zögerlich
angenommen. Der Hauptgrund ist, dass Führungskräfte den Abfluss geheimen Wissens
befürchten. Sie können dies mit einer Knowledge Map verhindern. Neben dem Schutz
des eigenen Know-hows kann die Map genutzt werden, um zu lokalisieren, wo
externe Ressourcen benötigt werden. Dieser Artikel behandelt, was bei der
Innovation Knowledge Map zu beachten ist und wie sie aufgebaut werden
sollte.
Eine Knowledge Map erhebt nicht den Anspruch, das im Unternehmen vorhandene
Wissen zu visualisieren, sondern gibt einen Überblick über Wissensträger und
Strukturen. Im Umkehrschluss lassen sich Defizite identifizieren. Wird die
Knowledge Map herkömmlicherweise auf Unternehmens- und Abteilungsebene
eingesetzt, kann sie auch für Innovationsprojekte gute Dienste leisten. Die
Innovation Knowledge Map identifiziert das notwendige Wissen, welches das
Projektteam benötigt, um die Ziele zu erreichen und den Wissensfluss.
Anschließend wird dieses dem vorhandenen Wissen gegenüber gestellt. Dabei wird
implizites von explizitem Wissen unterschieden, das heißt Wissen welches nur in
den Köpfen vorhanden ist von solchem, welches in Dokumenten oder Datenbanken
zugänglich ist. In der Vorbereitung auf eine Zusammenarbeit mit externen
Partnern verschaffen sich die Verantwortlichen auch einen Überblick, welche
Folgen der Abfluss bestimmter Wissenselemente haben könnte. Dabei darf nicht
unterschätzt werden, dass sich in vielen Betrieben bereits informelle
Expertennetzwerke über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinaus gebildet
haben. In ihnen zirkulieren Informationen und sichern den Mitgliedern
entscheidende Vorsprünge.
Knowledge Maps orientieren sich an kritischen Prozessschritten. Dafür bieten
sich bei einem Innovationsprojekt an: die Ideensuche, die Konzeptphase, das
Umsetzungsprojekt und die Markteinführung. In jedem Schritt muss das
erforderliche und vorhandene Wissen identifiziert werden, was in Meetings oder
Interviews geschehen kann. Dafür haben sich die folgenden Fragen bewährt: •
Welches Wissen benötigen wir in diesem Innovationsprojekt? • Wer besitzt es
intern und extern? • Wer benötigt es? • Wo ist es vorhanden (in Köpfen,
Datenbanken, Dokumenten, …)? • Ist es explizit in Dokumenten u. ä. zugänglich
oder implizit in Köpfen vorhanden? • Gehört die Nutzung zu unseren
Routinen? • Was genau gehört dazu? • Was konkret müssen oder wollen wir
davon geheim halten?
In einem nächsten Schritt können die Innovationsverantwortlichen evaluieren,
wie das externe Know-how beschafft werden kann. In Frage kommen die
Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern, wie Kunden oder Lieferanten, der Zugriff
auf Innovationsmakler, wie InnoCentive oder NineSigma, aber auch neue Leaduser,
die beispielsweise über das Internet gefunden werden können. Dann müssen sie
festlegen, wie das geheime Wissen geschützt werden soll: • Darf es die
Unternehmensmauern gar nicht verlassen? • Reichen Geheimhaltungsverträge
aus? • Wie kann sichergestellt werden, dass kein Externer über das gesamte
Know-how Bescheid weiß?
Die folgende Tabelle zeigt ein Muster für eine Innovation Knowledge Map. Das
Kern-Know-how, welches geschützt werden muss, ist blau gekennzeichnet und rot
externes Wissen, welches für das Innovationsprojekt beschafft werden soll. |

Von einer Innovation Knowledge Map profitiert jeder
Mitarbeiter, weil sie klare Verhaltensregeln vorgibt. Außerdem ist sie eine
solide Basis für die Vorbereitung von Kooperationen, Netzwerkverhandlungen und
Open Innovation. Damit eröffnen sich für viele Unternehmen neue Möglichkeiten im
Innovationsmanagement, die Fachkräftemangel und Finanzierungsprobleme in den
Hintergrund verdrängen.
ak-t
Das Innovationsmanagement als Wegweiser durch Konjunkturschwankungen
Wieder taumeln die Finanzmärkte. Augenscheinlich haben die Maßnahmen der
Krise 2009/10 nicht grundlegend gegriffen. Wieder sehen sich Unternehmen ersten
Auftragsstornierungen gegenüber, Führungskräfte schlafen schlechter. Jetzt kommt
es darauf an, die Erkenntnisse aus der Krise zu nutzen, damit sich bestimmte
Situationen nicht wiederholen. Auch das Innovationsmanagement gehört auf den
Prüfstand.
Viele Unternehmen, die sich 2009 ausschließlich aufs Sparen konzentriert
haben, gibt es nicht mehr. 2009 mussten in Deutschland 33.762 Unternehmen
Insolvenz anmelden, 11 % mehr als im Vorjahr. Auch 2010 waren es noch über
32.000 Firmen. Besonders betroffen waren Automobil-Zulieferer. Auf der anderen
Seite können allein von der Technik getriebene Innovationen, für die sich kein
Markt entwickeln lässt, Unternehmen in schwierigen Zeiten auch überfordern.
Beides ist von Kurzsichtigkeit geprägt. Weitsichtige Führungskräfte haben
dagegen inzwischen analysiert, welche Stärken ihnen durch die Krise und im
Aufschwung geholfen haben, ohne dabei ihre langfristigen Ziele aus dem Auge zu
verlieren. Bei den Zulieferern gehörten sogenannte Lead
User-Innovationen dazu, d. h. Innovationen mit den Kunden für die neuen
Produkte. Sie hatten geringere Flopraten und waren schneller am Markt. Einen
hohen Stellenwert hatten in der Industrie Prozessinnovationen zur Schonung von
Material und Energie. Aber auch die Erschließung neuer Märkte mit angepassten
Produkten spielte ein Rolle, wie das Beispiel VW in China zeigt.
Es gibt jedoch auch Unternehmen, die im Aufschwung so viel zu tun hatten,
dass sie ihre Strategien noch nicht auf die unsichere Wirtschaftslage, welche
uns die Medien ankündigen, ausgerichtet haben. Es soll dabei nicht um
Schwarzmalerei gehen, sondern um eine solide Vorbereitung. Diese kann so
aussehen, dass die Führungskräfte unterschiedliche Szenarien für die nächsten
Jahre entwickeln: zum Beispiel ein Best Case Szenario, in dem der Aufschwung
weitergeht, und ein Worst Case-Szenario, in dem die nächste Krise vor der Tür
steht. Wirksam werden Szenarien, wenn in allen Fällen Trigger festgelegt werden.
Verantwortliche überwachen definierte Tendenzen und schlagen Alarm , wenn
kritische Ereignisse eintreten. Für diese Fälle sind Maßnahmen festgelegt und
das Unternehmen ist schnell handlungsfähig.
Unabhängig von der Konjunktur beurteilen Führungskräfte in Umfragen Forschung
& Entwicklung als wichtigste Komponente für wirtschaftliches Wachstum. Sie
investierten dafür in 2009 56 Billionen Euro (-3,5 % im Vergleich zum Vorjahr)
und beschäftigten in diesen Abteilungen etwa 330.000 Mitarbeiter. In 2010
stiegen die Entwicklungsbudgets auf 58 % und die Beschäftigtenzahlen auf über
340.000.
Wie können Führungskräfte aktuell Chancen und Risiken von Innovationen sicher
managen? Soweit noch nicht erledigt , bieten sich die folgenden Maßnahmen
an: 1. Stärken / Schwächen-Analyse des Innovationsmanagements in 2008 – 2011
und Anpassungsmaßnahmen 2. Workshop zur Entwicklung von Szenarien und
Anpassung der Strategie mit Triggern und Handlungsplänen. Mit den Ergebnissen können
Innovationsverantwortliche Produkt-, Prozess- und Marktentwicklungen mit
sicherer Hand durch unsichere Zeiten steuern. K-T Innovation unterstützt Sie mit
einem externen Blick und viel eigener Innovationserfahrung gern bei der
Moderation von Workshops oder mit einem Coaching dezent im Hintergrund. Sie
können sich dann auf die Inhalte konzentrieren.
ak-t
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Was Ihr Innovationsmanagement wirklich leistet
Wie leicht fällt es Ihnen, die Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu
beurteilen? Die aktuell unsichere Wirtschaftslage verlangt ehrliche Antworten
und anspruchsvolle Bewertungen. Deshalb stelle ich Ihnen hier drei Erfahrungen
aus meiner Beratungspraxis vor, die Sie für Wettbewerbsvorteile nutzen
können.
1. Kunden befragen
Wenn Sie die eigenen Innovationsziele und Planzahlen erreichen, spricht dies
dafür, dass Sie und Ihre Mitarbeiter die Hausaufgaben gemacht haben. Das ist
notwendig und anerkennenswert. Doch über den wirklichen Erfolg geben Ihnen nur
die Stamm- und Zielkunden Auskunft: Entsprechen die Innovationen den
Kundenerwartungen oder übertreffen sie diese sogar? Wie stehen Sie im Vergleich
zu den Wettbewerbern da?
Innovationsmanager stehen häufig vor dem Problem, dass Kunden keine Lust
haben, schon wieder einen Fragebogen auszufüllen. Deshalb integrieren manche
Innovationsmanager dieses Feedback in die allgemeine Kundenbefragung, welche die
meisten Unternehmen regelmäßig durchführen. Firmen mit einem Außendienst geben
diesen Mitarbeitern den Fragebogen oft für ein paar Wochen mit auf den Weg. So
vermeiden Sie Missverständnisse des Schriftverkehrs. Wenn Sie keinen Außendienst
haben, möchten Sie vielleicht einen externen Dienstleister einschalten.
2. Nach vorn blicken
Der Umsatz mit neuen Produkten ist höher als im Vorjahr. Schön. Aber werden
diese auch in den nächsten Jahren stattliche Gewinne abwerfen? Können Sie
Folgeinnovationen rechtzeitig aus der Schublade ziehen? Diese Fragen beantworten
Sie am besten nach einer Szenarioanalyse. Ein Automobilzulieferer führt sie
beispielsweise jährlich durch. Eingehende Recherchen über die E-Mobilität im
Vorfeld zeigen ihm nicht nur, welche Produkte in den nächsten Jahren gefragt
sind, sondern auch, welche seiner Kunden auf dem richtigen Weg sind. Der
Automobilzulieferer kann sich daraus gleichzeitig ein Bild machen, welche Kunden
als Lead User für Entwicklungsprojekte geeignet sind.
3. Kennzahlen
Welche Kennzahlen am meisten über das Innovationsverhalten aussagen,
unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen und ist darüber hinaus
situationsabhängig. Für den einen ist es die Erschließung neuer Märkte, während
einen anderen effizientere Fertigungsprozesse mit niedrigeren Kosten wichtiger
sind. Die Innovationsmanager, die Kundenbefragungen durchführen, erhalten
hieraus oft Hinweise, welche Kennzahlen den Kunden wichtig sind.
Es lohnt sich immer, bei der Festlegung und Bewertung von Kennzahlen
unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen: neben den Kunden beispielsweise
auch die von Technikern und dem Vertrieb als interne Kanäle. Damit vermindern
Sie gleichzeitig den Einfluss von Interessenkonflikten.
Die meisten meiner Kunden dicken mit der Analyse des Innovationsmanagements
Potenziale auf. Daraus entwickeln sie zielgenaue Maßnahmen für kontinuierliche
Verbesserungen oder die Ausrichtung des Innovationsmanagements auf eine
spezielle Situation, wie die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit. So wird der
Innovationsverantwortliche zu einem entscheidenden Impulsgeber bei der Anpassung
der Unternehmensstrategie.
ak-t
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Mit einem Innovationswettbewerb interessante Innovationspartner finden
Marktrecherchen über zukünftige Produkte liefern meist keine zuverlässigen
Aussagen. Hinzu kommt, dass es oft schwierig ist, Kundenaussagen richtig zu
interpretieren. Der Innovationsexperte Erich von Hippel spricht deshalb von
„sticky information“. [von Hippel, E. in Management Science 40, 4 (1994) pp. 429
– 439]. Allerdings tritt auch der umgekehrte Fall auf, dass ein Kundenproblem
bekannt ist, das Unternehmen aber keine Lösungsidee parat hat.
Darauf reagierten von Hippel und seine Kollegen mit Leaduser-Workshops, einer
Methode, die auch heute noch vielfach von innovativen Unternehmen angewendet
wird. „Leaduser“ definieren sie als Kunden, die Bedürfnisse von allgemeiner
Marktrelevanz haben, lange bevor die entsprechenden Produkte oder
Dienstleistungen auf dem Markt verfügbar sind und die sich selbst viel von den
Lösungen versprechen. Beispielsweise beschreiben sie in einer Fallstudie einen
dreitägigen Workshop bei Hilti, in welchem Rohraufhängungen konzipiert wurden.
In einem ersten Schritt legte Hilti Indikatoren für die Auswahl von Leadusern
vor: Identifikation von Trends, Kundennutzen und daraus abgeleitet von
Leadusern. Aus den Vorschlägen wurden 22 Leaduser für den Workshop ausgewählt.
Dort wurden aus den Trends Ideen für die Komponenten von Rohraufhängungen
abgeleitet, diskutiert und modifiziert. Anschließend fügten die Teilnehmer die
Komponenten zu einem Gesamtsystem zusammen. Im Ergebnis konnten mit dem
Leaduser-Workshop die Entwicklungszeit von 16 auf neun Monate verkürzt und die
Entwicklungskosten von 100.000 $ auf etwa die Hälfte reduziert werden.
[Herstatt, C., von Hippel, E. in J. Product Innovation Management 9 (1992), pp.
213 – 221]
Mit dem Internet bieten sich heute noch ganz neue Möglichkeiten. So stellen
Ideenwettbewerbe in Online-Communities eine hochinteressante Möglichkeit dar.
Cisco, Marktführer in der Telekommunikationsbranche, hat seine Erfahrungen mit
solchen Ideenwettbewerben ausführlich publiziert. Vor ein paar Jahren
organisierte das Unternehmen einen offenen Ideenwettbewerb für ein neues
Milliardengeschäft. Cisco erhielt rund 1.200 Ideen aus 104 Ländern und wählte
aus den Einsendungen ein mit Sensoren versehenes intelligentes Stromnetz als
Gewinner aus. Die Idee passte zur Strategie und zu den Kompetenzen. Unterschätzt
hatte der Organisator Guido Jouret jedoch den Aufwand für Zeit, Energie und
Vorstellungskraft, den der Wettbewerb mit sich brachte. Besonders bei der
Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen war es nicht immer leicht, den Spaß im
Wettbewerb weiterhin aufrechtzuerhalten und nicht durch zu viel Bürokratie zu
unterdrücken. Manche eingereichte Ideen waren schlicht irrelevant, die meisten
nicht fertig entwickelt. Der Daumen-hoch- oder Daumen-runter-Mechanismus für die
Bewertung der Ideen bei Cisco lieferte nicht die gewünschten Ergebnisse. Diese
entstanden erst während der Diskussion in einem Forum, in dem sich Teilnehmer
mit ähnlichen Ideen zusammengefunden hatten. Cisco selbst unterstützte die
Finalisten dabei, ihre Ideen zu verfeinern, und stellte eine Checkliste als
Vorlage für einen Businessplan zur Verfügung. Mit zehn Finalisten führte Jouret
Einzelgespräche. Obwohl er den Aufwand drastisch unterschätzt hatte, ist sein
abschließendes Urteil, dass mit dem Wettbewerb viel erreicht wurde: • Cisco
erfuhr zuvor unbekannte Meinungen über das Unternehmen. • Die erweiterten
Perspektiven der Teilnehmer konnten genutzt werden. • Cisco erkannte weltweit
neue Chancen. • Aus technologischen Erfindungen wurden schließlich
innovative Geschäftsmodelle [Jouret, G.: Croudsourcing. Wie Cisco die
Weisheit der Vielen nutzt. Harvard Business Manager, November 2009, S.
66–70].
Über eine unzureichende Qualität eingereichter Ideen klagt nicht nur Cisco,
weshalb sich Unternehmen fragen, ob es nicht günstiger ist, die
Innovationsgemeinschaft von ihrer Anzahl her zu beschränken. Dieser
Fragestellung sind die amerikanischen Wissenschaftler Christian Terwisch und Yi
Xu nachgegangen. Ausgehend von ihren Ergebnissen empfehlen sie zweistufige
Wettbewerbe. In einer ersten, allgemein öffentlichen Stufe soll eine Vielzahl
von Ideen gesucht werden, wobei die Qualität der einzelnen Ideen noch nicht
ausgereift sein muss. Als Preise bieten sich eine Selbstdarstellung der
Ideensuche und ein fixer Geldbetrag an. In einer zweiten Stufe wird die
Community dagegen auf nur wenige Teilnehmer begrenzt, die zu mehr Anstrengungen
animiert werden. Bei industriellen Projekten kann beispielsweise ein Prototyp
gefragt sein. Dieser Anforderung werden dann erfolgsorientierte Preise besser
gerecht. [Terwiesch, C., Xu, Y.: Innovation Contests, Open Innovation, and
Multiagent Problem Solving. Management Science 54 (9), 2008, pp. 1529-1543]
Dabei kann es sich entweder um einen Return on Investment handeln oder um
Rechte, das Ergebnis für eigene Anwendungen nutzen zu dürfen. Einem
ähnlichen Modell folgt aktuell ein Siemens Wettbewerb, der sich mit „Smart
Grids“, den intelligenten Stromnetzen, befasst. Öffentlich gesucht werden Ideen
sowohl für neue Geschäftsmodelle, die im Rahmen eines Siegerforums vorgestellt
werden. Sie werden mit insgesamt 15.000 Euro belohnt. als auch für Anwendungen
für neue Kunden. [http://www.smartgridcontest.com/about.php?tabs[]=about-contest
, gefunden am 02.07.2011] Phase 2 richtet sich dann an Universitäten und
zielt auf eine Weiterentwicklung der Ursprungsideen zu „realistischen
Innovationen“.
Willkommene Nebeneffekte von Innovationswettbewerben sind Kontakte zu
Unternehmen, die noch keine Geschäftspartner sind, aber ein Interesse an der
Anwendung oder Weiterverarbeitung des neuen Produkts haben. Einzelpersonen, die
sich durch hohes Fachwissen oder durch Lösungskompetenz in einem Wettbewerb
hervortun, sind für ein Unternehmen möglicherweise auch als Mitarbeiter
interessant.
Wie können Führungskräfte nun einen eigenen Ideenwettbewerb durchführen? Die
Vorbereitung zur Identifizierung von Leadusern lässt sich nach wie vor aus den
oben beschriebenen Workshops übertragen. Diese Methode ist sinnvoll, wenn es
unmöglich ist, wichtiges Know-how bei der Ideensuche geheim zu halten oder wenn
in einer bestimmten Phase nicht direkt die Endkunden, sondern Weiterverarbeiter
angesprochen werden sollen. Dann bietet sich eine Community in einem
geschlossenen Raum an. Ist dies jedoch nicht der Fall, sind deutlich mehr
Vorschläge zu erwarten, wenn beispielsweise die Siemens-Vorgehensweise gewählt
wird. Mancher Zulieferer hat auf diese Weise zum ersten Mal direkt etwas über
den Bedarf der Endkunden erfahren, mit dem er dann auf seinen direkten Kunden
zugehen konnte, um ihn zu einer gemeinsamen Entwicklung zu motivieren.
Selbstverständlich sind auf dem Markt Toolkits erhältlich, um einen
Ideenwettbewerb auszurichten. K-T Innovation unterstützt die Durchführung von
Workshops und Wettbewerben methodisch.
ak-t
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Den
kompletten Newsletter Innovation 22 im PDF-Format (178 KB) finden Sie hier
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