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Innovationsstrategie
Innovationsmanagement
Innovation Allgemein
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Wer zu spät an die Kosten denkt,
ruiniert sein Unternehmen. Wer immer zu früh an die Kosten
denkt, tötet die Kreativität. (Philip
Rosenthal)
Newsletter Innovation Nr.
24
Mai / Juni 2012 erscheint
in
KW 21
Aus dem Inhalt > Wie die IT Entwicklungen zum Erfolg
führt > Unternehmensnachfolge: Die Strategie des Übergebers > Fördertöpfe: Aktuelle Termine
> Presseschau
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Ausgewählte Artikel aus dem Newsletter Innovation
zum Thema Innovationsstrategie
Die Kreativität steigern: Henkels Open Innovation Strategie in China
Vor nicht allzu langer Zeit hieß es noch: “Picking a man of genius, giving
him money, and leaving him alone”. So riet es der gestandene Präsident der
berühmten Harvard Universität, James Conant, all jenen Unternehmen, die an der
Steigerung ihrer Innovationsfähigkeit interessiert waren. Heutzutage
distanzieren sich Unternehmen zunehmend von dieser Gangart und sehen sich
vielmehr einem ganz anderem Dilemma ausgesetzt – hoher Innovationsdruck bei
zeitgleich sinkenden F&E-Budgets. Ein Ausweg daraus scheint das weltweit in
der Konsumgüterbranche tätige große deutsche Chemieunternehmen Henkel gefunden
zu haben. Denn der 1876 gegründete und in Düsseldorf ansässige Konzern ist sich
sicher, dass erfolgreiche und innovative Produkte auf wettbewerbsintensiven
Märkten nicht allein firmenintern entstehen. Statt auf Abschottung setzt Henkel
auf Open Innovation [1 ], um unter Berücksichtigung bestimmter Standortfaktoren
die eigene Innovationskraft weiter auszubauen. Dieser Beitrag zeigt, welche
Methoden basierend auf welchen Überlegungen im China-Geschäft Henkels mit Kleb-
und Dichtstoffe (Adhesive Technologies) benutzt werden, um die Kreativität zu
beflügeln. Den Fakten nach fließen stolze 47 Prozent aller Forschungsausgaben bei
Henkel in die Oberflächen- und Klebstoffsparte. Aus gutem Grund, denn Henkel ist
bei den Produkten rund um Kleben, Dichten und Oberflächenbehandlung nicht nur
Weltmarkführer, sondern diese machen 47 Prozent des weltweiten Henkel-Umsatzes aus und
sind deswegen Haupttreiber des Konzernwachstums. Allein 2010 wurden beachtliche
80% des Umsatzes in China im Bereich der Adhesive Technologies erzielt – Tendenz
steigend. Experten rechnen in China mit einem Jahreswachstum von mehr als 12
Prozent aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Klebstoffen im Automobil-, im
Maschinenbau-, im Elektronik- und im IT-Sektor in der gesamten Asien-Pazifik
Region. Für Henkel ist deswegen klar, dass China bis 2015 zum zweitgrößten Markt
hinter den USA aufsteigt und Deutschland im Länderranking im Zuge des sich
verdreifachenden Umsatzes von diesem Platz verdrängt. In Anbetracht dessen fiel
Henkel 2010 die Entscheidung über den Bau des weltweit größten Standorts für
Klebstofftechnologien in China. Neben einer jährlichen Produktion von 428.000
Tonnen Klebstoffen soll der Shanghai Chemical Industry Park außerdem Kompetenzen
bündeln, die bisher auf 14 Henkel-Standorte in ganz China verteilt waren. Henkel
erhofft sich von der F&E-Situation in China günstigeres aber ähnlich gutes
'Klebstoffforschen' wie anderswo. Hierbei gilt in China dieselbe Devise wie
in Deutschland: 'Klebe'-Technologien müssen kommerzialisierbar sein.
Tatsächlich aber müssen Marktbedürfnisse und konkrete Präferenzen von
chinesischen Kunden zuallererst identifiziert werden. Denn Henkel-Produkte sind
komplex, da sie in so vielen Industriebereichen, etwa in der Automobil-,
Elektronik-, Metall- und Verpackungsindustrie, in der Luft- und Raumfahrt, in
der Bautechnik, bei der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen sowie als
heimliche Helden des Alltags bei Wartung und Reparatur unterschiedlicher
Gebrauchsgüter, Anwendung finden. Obendrein können Klebstoffe zur
Ressourcenschonung und Sicherheit beitragen, indem der Energieverbrauch durch
Kälte- und Feuchtigkeitsschutz in Gebäuden reduziert, Stabilität und Lebensdauer
erhöht, die Arbeitssicherheit verbessert oder Gewicht gespart wird. Kurzum,
diese Komplexität erschwert künftige Produktentwicklungen, was in der so
wissensintensiven Konsumgüterbranche nichts Neues ist. Herausfordernd ist das
aber für die Klebeexperten bei Henkel vor allem in Anbetracht sinkender F&E
Budgets durch den weltweiten Kostendruck bei zeitgleich immer moderner werdenden
Materialien. Das verdeutlicht ein Blick auf Elektronikgeräte. Diese werden nicht
nur immer kleiner, sondern müssen höhere Temperaturen in den Bauteilen
entwickeln. Einerseits soll die Haftung gut genug sein, um das Eindringen von
Feuchtigkeit zu vermeiden. Andererseits muss die Verbindung so flexibel und
elastisch sein, dass diese beim Herunterfallen des Gerätes nicht zerbricht.
Trotzdem gelang Henkel ein Erfolg. Denn eigene Klebstoff-Formulierungen für
Electronic Materials wie u.a. Loctite 3090 eignen sich wegen ihrer elektrischen
Leitfähigkeit zur Befestigung vieler Kunststoffsorten bei tragbaren
E-Geräten. Langfristig verfolgt Henkel nichts geringeres als die Erhöhung des
Marktpotenzials der Technologie 'Kleben' zu Lasten anderer Befestigungsmethoden
wie Nieten, Schrauben und Schweißen. Die Zeit dafür scheint gekommen, da
neuerdings selbst Flugzeugbauer keine Nieten mehr wollen und auch im Auto sollen
von 3000 Verbindungspunkte 1000 durch Klebstoffe ersetzt werden. Henkels
Auslagerung von F&E-Abteilungen nach China ist eine Reaktion darauf und
zugleich ein Versuch Henkels sich weiter Zugang zu externen Anregungen und
Ideen zu verschaffen. Um das zu erreichen, setzt Henkel ähnlich wie in
Deutschland genauso auch in China auf eine kombinierte Strategie aus
Innovations- und Beziehungsmanagements zusammen mit verschiedenen Formen von
Open Innovation. Eine Methode Henkels, um noch innovativer zu werden, fällt
unter den Begriff des External Knowledge Sourcing, in der
innovationstheoretischen Literatur bekannt als das Outside-In Prinzip. Im
Bereich der kooperationsorientierten angewandten Forschung erprobte Henkel das
bereits in Deutschland, u.a. mit dem Fraunhofer-Institut oder mit web-basierten
Foren wie InnoCentive. Exemplarisch dafür steht, dass Henkel 2005 in China
diverse Kooperationsprojekte mit fünf nationalen Universitäten aufnahm. Die
beteiligten sechs führenden Forschungsgruppen Chinas gingen dabei der
Entwicklung einer für Henkel interessanten Sorte von Kleb- und Dichtstoffen
basierend auf Silikon-modifizierten Materialien nach. Erwähnenswert ist auch das
F&E-Projekt Henkels mit der renommierten Tongji Universität in Shanghai.
Hierbei stellte Henkel Dämmmaterial zur Verfügung, um Fahrgeräusche im Innenraum
eines – auf der EXPO 2010 ausgestellten – Wasserstoffautos der Zukunft auf zwei
Dezibel zu reduzieren. Neben den Kooperationen, die Henkel im Bereich
Wissenschaft und Forschung mit China betreibt und die ohnehin einen wachsenden
Anteil am Forschungsbudget Henkels ausmachen, betreibt Henkel ganz traditionell
Markt- und Trendforschung in China. Damit wird nicht nur wie zuvor erwähnt
External Knowledge Sourcing betrieben, sondern das ist unerlässlich für Henkel,
da Firmenaussagen zufolge 80 Prozent der neuen Produkte durch den Markt und den Dialog
mit dem Kunden getrieben sind. Die langfristige Beobachtung wichtiger Trends und
der Kundenwünsche ist deswegen für Henkel ausschlaggebend zur Generierung von
Produkten, die über den chinesischen Markt hinaus den globalen Herausforderungen
und der realen Marktnachfrage standhalten. Basierend auf dieser Maxime Henkels
wird viel Austausch mit innovativen Lead Usern, externen Analoganwendern und
Lieferanten betrieben. In China beteiligte sich Henkel deswegen am Green
Building Council (GBC). Mithilfe dieser Austauschplattform versucht der Konzern
herauszufinden, welche Aspekte des nachhaltigen Bauens für welche lokalen und
regionalen Anspruchsgruppen in China von Interesse sind. Vor dem Hintergrund das
Technologien der Rohstoffnachhaltigkeit und Energiegewinnung wie Windräder,
Solar- und Photovoltaikanlagen schon länger Trend in China sind und selbst die
chinesische Regierung 2008 dem GBC beigetreten ist, wird das
Innovationsmanagement Henkels stark vom GBC inspiriert. Durch diese externe
Ideengenerierung will Henkel Orientierung für strategische Entscheidungen
innerhalb der Klebstoffsparte sowie über eventuell eintretende
Kommerzialisierungsprobleme bestimmter Klebstoffe in China gewinnen. Eine
letzte Methode, um sozusagen die Augen offen zu halten, hat sich für Henkel
mehrfach bewährt: Henkels Affinität zu Cross-Industry Innovation. Schon
länger belohnt Henkel zum Beispiel Mitarbeiter oder Teams, die erfolgreich
unternehmens- oder branchenfremde Technologien für Henkel adaptieren, mit dem
Borrow with Pride-Award. Systematisiert hat Henkel diese Herangehensweise
auch, weil sich damit die Kreation aufwändiger und teurer neuer Technologien
sparen lässt. Die Auswirkungen der Bereitschaft Henkel's zur Offenheit in China
sind indes noch unklar. Obwohl es positiv ist, dass Henkel nicht dem weit
verbreiteten Not-Invented-Here Syndrom unterliegt und es ergo seltener zum
Versiegen des kreativen Flows kommt, so kann die Offenheit auch zu Nachteilen
führen. Inwiefern diese Form der Offenheit in China durch das damit
einhergehende Preisgeben von Geschäftsgeheimnissen nicht am Ende zum Verlust
geistigen Eigentums führt, ist von außen schwer zu sagen. Ein entsprechender
Schutz eigener Erfindungen ist aber vor dem Hintergrund, dass sich China in
einem rasanten Aufholprozess hinsichtlich des eigenen Technologieniveaus sowie
der Innovationsstärke befindet, für Henkel unerlässlich. Nach wie vor gehören
Verletzungen geistigen Eigentums fernab der Metropolen und in den chinesischen
Provinzen trotz existierender guter Gesetze zum Alltag. Nichtsdestotrotz Henkel
verfügt anders als kleine und mittelständische Unternehmen über mehrere
Kerntechnologien. Dadurch scheint zumindest die Gefahr andere Firmen
könnten den Marktführer durch unrechtmäßige Verwen-dung seiner innovativen
Produkte und erzwungenem Technologietransfer verdrängen kalkulierbar. Am Ende ist festzuhalten, dass der positive Einfluss von
Offenheit auf den Erfindungsgeist sicher so manche Schattenseiten von Open
Innovation wie den zeitaufwändigen Abstimmungsbedarf in Kooperationen und die
ständige Abwägung der Risiken im Falle des Verlustes geistigen Eigentums
überdeckt. Auch Henkel weiß das. So stellt sich für den Chemiekonzern seit
langem nur noch die Frage wie und nicht ob Open Innovation praktiziert wird.
Auch die Forschungsstrategien anderer Firmen ähneln dem Leitprinzip Henkels,
das besagt, dass „Innovation die Übersetzung von Idee und Technologie in Geld
ist“. Aber an einer Stelle ist Henkel anders und vielleicht sogar ein
Rulebreaker. Mutig und innovativ zugleich ist nämlich die grobe Richtung
beizubehalten, Risiken dabei in Kauf zu nehmen und trotz stark vom Heimatmarkt
abweichender Bedingungen in China eine Strategie der Öffnung zu
fahren.
Referenzen: [1] Chesbrough, Henry, Open Innovation. The New Imperative
(...), Boston 2003 [2] Reichwald, Ralf/ Piller, Frank, Interaktive
Wertschöpfung. (...), Wiesbaden 2009 [3] Pattloch, Thomas, Patentanwalt und
bis Frühjahr 2011 für den IPR-Schutz in China zuständiger Experte der Vertretung
der EU in China, Interview am 26.08.2010 [4] Ramón Bacardit, in: http://www.economyaustria.at/technologie/unsichtbar-aber-unentbehrlich,
eingesehen am 02.02.2012
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Infobox:
Was ist Open Innovation? Der Open Innovation Trend ist längst
keine Option mehr, sondern in der Unternehmenspraxis ein Wettbewerbserfordernis
zur erfolgreichen Produkt- und Prozessentwicklung. Folgt man dem Protagonisten
der Open Innovation Theorie, Henry Chesbrough, dann hält der Markt
Lösungsansätze bereit und informiert nicht nur über Bedürfnisse. Weiter wird
angenommen, dass der betriebliche Erfolg, genauer gesagt die Produktentwicklung
erleichtert und die spätere Kommerzialisierung verbessert wird, wenn neues
Wissen besonders schnell aufgenommen und in den firmeninternen
Innovationsprozess eingeschleust wird. Einen genaueren Blick darauf hat bereits
der Artikel „Open Innovation mit der Knowledge Map sicher starten“ aus dem
letzten Newsletter Nr. 22
gegeben.
Welche Wege zur Öffnung entsprechend des Open Innovation Paradigmas
gibt es? 1. Outside-In Prozess: Danach beruht die
Entstehung von Innovationen auf den Ideen und der Hilfe von Externen. Aufgrund
dieser Art des externen Technologie- und Ideensourcing wird eine Vielzahl von
Informationsquellen (Kunden, Pionieranwender, Lieferanten, Konkurrenten,
Partner, Technologieanbieter) integriert, was zu Intransparenz und nicht
intendierte Informationsverluste führen kann. 2. Inside-Out
Prozess: Interne, nicht genutzte Ideen, Technologien und Patente, die
nicht ins strategische Profil passen oder aufgrund der Größe nicht zur
Marktreife gebracht werden, können extern kommerzialisiert werden, wodurch
Investment in neue Geschäftsfelder nur ausserhalb des Unternehmens stattfindet.
Das heißt Inside-out betreibende Firmen suchen andere Unternehmen, die ihre
Ideen vermarkten, so dass über Lizenzvergaben oder Cross-Industry Innovation
doch noch Nutzen entsteht. 3. Coupled Prozess:
Darunter wird die Kombination beider zuvor erwähnter Erscheinungsformen
(Outside-In und Inside-Out) und so ein kooperativer Innovationsprozess mit
komplementären Partnern wie auch Wettbewerbern in strategischen Allianzen oder
Innovationsnetzwerken verstanden. Obwohl es aus prozessualer Perspektive alle
drei Arten von Open Innovation gibt, ist die Coupled Variante in der
Geschäftspraxis selten verbreitet und tritt dann auf, wenn Innovationen der
Normierung und Absprache untereinander bedürfen (wie bspw. der Strichcode auf
Konsumgüterverpackungen).
Susann
Grune
Susann Grune hat an der Friedrich-Schiller Universität
Jena Politik- und Wirtschaftswissenschaften sowie Interkulturelle Kommunikation
mit Schwerpunkt China studiert. Im Rahmen ihres Studiums hat Sie u.a. an
Projekten mit Fokus auf Innovationsmanagement und Personalrecruitung bei
deutschen Arbeitgebern und bei Bosch und Siemens in China gearbeitet. Susann
Grune arbeitet momentan als Trainee bei K-T Innovation um Einblicke in die
Innovationsberatung zu erhalten. Ab April 2012 wird Sie an einem DFG-geförderten
Forschungsprojekt mit dem Thema Deutsch-Chinesische Technologie-kooperationen an
der Universität Trier als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig sein und
ebenfalls an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg über das Thema
Wirtschaftslobbyisten und ihr Einfluss auf die chinesische
Innovationspolitik promovieren. |
Die neuen Herausforderungen der Automobilbranche
KPMG hat das Ergebnis der weltweiten Umfrage als „KPMG’s Global Automotive Executive Survey 2012“ publiziert.
Das Netzwerk von Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen
identifizierte in reifen und neuen Märkten ähnliche Trends:
• Urbanisierung • Umwelt • verändertes
Kundenverhalten. Die Automobilbranche wandelt sich in den nächsten zehn bis
fünfzehn Jahren vom Autohersteller zum Mobilitätsanbieter. Die Befragten
erwarten gravierende Änderungen im Ranking der Global Player. Für die ersten
fünf Plätze werden nominiert: 1. VW 2. Hyundai / Kia,
Südkorea 3. BMW 4. Tata, Indien 5. BAIC,
China. Weitere Ergebnisse im Überblick: Die BRIC-Staaten gehen davon aus,
dass 2025 Brennstoffzellen die Antriebe dominieren, mit Ausnahme von China, wo
die Elektromobilität inklusive der erforderlichen Infrastruktur auf Basis des
Fünfjahresplans vehement vorangetrieben wird. Man geht davon aus, dass weltweit
bis 2026 neun bis vierzehn Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen werden.
Interessanterweise sind schon jetzt einige der großen Zulieferer dabei, sich aus
den Fesseln der OEMs (Fahrzeughersteller) zu befreien und bieten wie Johnson
Controls eigene Fahrzeugkonzepte an. Das Hauptrisiko sehen die Teilnehmer der
Studie darin, dass die Fertigungskapazitäten in den kommenden fünf Jahren,
getrieben von Asiaten, weiter ausgebaut und die Überkapazitäten damit noch
zunehmen werden. Am kritischsten wird die Lage in Japan und USA gesehen; danach
folgt Deutschland. Für 2016 werden in China Überkapazitäten von über sechs
Millionen Fahrzeugen erwartet. Weltweit wird dann von 20 – 30 Prozent
Überkapazitäten ausgegangen.
Was aus dieser Studie ist auch für kleinere Zulieferer interessant?
Ihren Wert für die Kunden können sie mit eigenen Entwicklungen steigern und sich
auf diesem Wege unabhängiger von einem Großabnehmer machen oder sich zu
strategischen Partnern zu entwickeln. Risiken für sie entstehen dadurch, dass
Marktteilnehmer aus anderen Branchen in den Automobilmarkt drängen. Nach den
Elektrofirmen können sich jetzt auch IT- und Web 2.0-Unternehmen ein Stück vom
Mobilitätskuchen sichern, weil die Menschen auch im Auto mit dem Internet
verbunden sein wollen. Die Studie lässt erwarten, dass Automobil- und
Kommunikationsbranche zusammenrücken werden. Die Planungen der OEMs für
Forschung und Entwicklung adressieren den Brennstoffzellen-Bedarf der
BRIC-Staaten viel zu wenig. Auch auf diesem Gebiet können sich innovative
Zulieferer Türen öffnen. Insgesamt bestätigt sich der Trend der letzten Jahre,
dass interdisziplinäre Entwicklungs-Kooperationen den Partnern erlauben, mit
neuen Produkten schneller am Markt zu sein. Dabei streben die OEMs vor allem
strategische Allianzen mit Technologiepartnern – unabhängig von ihrer Größe –
an. Mit Blick auf die Überkapazitäten lässt sich festhalten, dass nur
Unternehmen erfolgreich agieren können, die ihre Geschäftsmodelle und Strategien
kontinuierlich weiterentwickeln. Hyundai / Kia macht das mit schnellen
Entwicklungszyklen von 24 bis 36 Monaten vor und hat damit seine
Wettbewerbsfähigkeit im Sektor der Mittelklassefahrzeuge mit geringem Verbrauch
enorm steigern können. Wahrscheinlich werden einige Zulieferer den
bevorstehenden, harten Wettbewerbskampf nicht überleben.
Innovativen Unternehmen bieten sich jedoch einmalige Chancen. Um sie
wahrzunehmen, müssen sie sich darüber klar werden, welche Rolle sie zukünftig
anstreben wollen und welche Partner sie dabei unterstützen können. Auf Basis
meiner Erfahrungen empfehle ich ihnen, die Strategie flexibel dem sich schnell
verändernden, hochkomplexen Mobilitätsumfeld anzupassen, um die neuen Chancen
nutzen zu können. Sind Sie bereit dazu? ak-t
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Zukunft auf neuen Wegen gestalten
Ergebnisse der Konjunkturumfrage Herbst 2011
K-T Innovation hat Ende September bis Anfang Oktober eine Umfrage zur Lage in
der niedersächsischen, mittelständischen Industrie durchgeführt. Die
Ansprechpartner waren Geschäftsführer und Leitende Führungskräfte aus der
Technik in Unternehmen mit 20 bis 200 Mitarbeitern. 47 der 110 befragten
Unternehmen gaben uns bereitwillig Auskunft. Hier das Ergebnis: • 53 %
sind mit der Auftragslage sehr zufrieden. Bei 25 % dagegen gehen die Aufträge
zurück. Besonders betroffen ist der Export. Vorrangig sind es
metallverarbeitende Zulieferer (Press-/Stanz-/Zieh- und Drehteile-Fertiger)
sowie Gießereien. Am besten stehen dagegen Maschinenbau und Chemieindustrie da.
Sie erwarten für die nächsten Monate sogar einen positiven Trend. Der Rest sieht
die Lage indifferent. • Das nach zurückgehenden Aufträgen von 10 % der
Befragten an zweiter Stelle genannte Problem sind verunsicherte Führungskräfte.
• 13 % gaben an, aus der letzten Krise gelernt zu haben. Sie
berücksichtigen wechselnde Konjunkturlagen stärker im Risikomanagement.
Schwerpunkte möglicher Reaktionen sind Verschieben von Investitionen und
Kostensenkungen. 6 % gehen sogar offensiv vor: Sie wollen einer
Wirtschaftsflaute mit einer innovativen Strategie entgegenwirken. Sie sind die
Pioniere für neues Wachstum.
Das Ergebnis unserer Umfrage kann wegen der begrenzten Teilnehmerzahl nur
einen Eindruck vermitteln. Es passt jedoch zum ifo-Geschäftsklima-Index aus dem Oktober. Der
Konjunkturexperte des Münchener Instituts, Klaus Abbeger, rechnet mit einer
Verlangsamung der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, jedoch nicht mit einem
Absturz. Er führt aus, dass betroffene Unternehmen Kapazitäten herunterfahren
und Auftragsbestände strecken.
Den Wegbereitern für die Kehrtwende der Wirtschaftslage reicht es nicht,
allein die Effizienz in den operativen Bereichen zu steigern. Sie tun alles, um
mit dem unaufhaltsamen technologischen Fortschritt Schritt zu halten, sei es bei
den Fertigungsprozessen oder den Produkten. Sie konzentrieren sich stärker auf
neue Einnahmequellen als der Rest.
Unsere Empfehlungen lauten: • Spüren Sie neue Umsatzquellen durch
mutige Innovationen auf. Diese können auf Produkte, Dienstleistungen oder
Geschäftsmodelle zielen. • Erweitern Sie Ihr Wissen über neue
Technologien über die Wertschöpfungskette und Branchengrenzen
hinaus. • Entwickeln Sie eine innovative Strategie, die Führungskräften
und Mitarbeitern die Sicherheit gibt, dass das Unternehmen in eine erfolgreiche
Zukunft aufgebrochen ist.
Danksagung: Wir bedanken uns bei den 47 Unternehmen, die sich für diese
Umfrage Zeit genommen haben und uns Einblicke in ihre Geschäftslage und ihre
Planungen gegeben haben.
„Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das
Neue sollen wir recht eigentlich leben.“ Theodor Fontane
(1819-98) ak-t |
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Unternehmen sehen sich aktuell mit diesen
Problemen konfrontiert:
- Auftragsrückgang
- Verunsicherung der Führungskräfte
- Versagen bewährter Rezepte.
Vorausschauende Geschäftsführer finden
Lösungen. Sie
- brechen Regeln
- antworten sofort mit einer innovativen
Strategie.
Wir unterstützen sie,
- indem wir bei der Strategieentwicklung mit den
Führungskräften die Moderation in einem zweitägigen Workshop
übernehmen
- Führungskräfte bei der Umsetzung coachen.
Unsere Vorteile:
- Strategie- und Umsetzungskompetenz aus einer Hand durch
komplementäre Beratung
- Fokus auf innovative Konzepte in der
Industrie.

K-T Innovation Dr. Angelika Kolb-Telieps Siebensternweg
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